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Totale Mondfinsternis am 9. November 2003
Totale Mondfinsternisse sind keine besonders seltenen
Himmelsereignisse. Die Besonderheit dieser Finsternis
war einerseits die komfortable Sichtbarkeit bei hohem
Stand des Mondes über dem Horizont in der Nacht
von Samstag auf Sonntag, andererseits die kurze, randnahe Bahn des
Mondes durch den Kernschatten der Erde. Damit war eine kurze
und helle Totalität zu erwarten.
Optimale Beobachtungsbedingungen für eine Mondfinsternis
sind trotz der Helligkeit des Mondes die dunklen Gegenden abseits
der Städte, wo man die Veränderung der Landschaft
durch die Verfinsterung des Erdbegleiters besonders beeindruckend
wirkt. Ich entschied mich bei dem prächtigen Wetter für
das Karwendelgebirge und machte mich zum frühen Abend auf den
Weg. Kurz vor dem Ziel führt die schmale Straße am
Walchensee entlang und bot bei dem hellen Licht des noch
unverfinsterten Mondes wunderbare Blicke auf den See, die
umgebenden Berge und den sich darüber spannenden
Herbst- und Wintersternhimmel (Bilder seitlich,
zum Vergrößern anklicken).
Am Beobachtungsplatz an einem Berghang im Jachental konnte ich den
Verlauf der Finsternis bei besten Sichtbedingungen verfolgen.
Ein besonderer Umstand dieser Finsternis war die Bedeckung des
7,5 mag hellen Sterns SAO 97130 kurz nach Beginn der Totalität.
Bereits während der partiellen Phase war die Annäherung
des Mondes an diesen Stern mit einem Feldstecher gut zu verfolgen.
Gegen 2.08 Uhr wurde dieser dann durch den Mond bedeckt, wie
anhand der Aufnahmen von 2.07 Uhr und 2.08 Uhr gut erkennbar ist.
Zur Dokumentation der Phasen der totalen Mondfinsternis habe ich eine
Aufnahmeserie mit Refraktor BORG ED 125/1000 fokal auf Diafilm Ektachrome
professional E100 G angefertigt (zum Vergrößern anklicken):
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9.11.2003 00:35 MEZ 1:8 1/125s 100 ASA
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9.11.2003 01:00 MEZ 1:8 1/15s 100 ASA
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9.11.2003 01:30 MEZ 1:8 1/2s 100 ASA
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9.11.2003 02:00 MEZ 1:8 3s 100 ASA
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9.11.2003 02:07 MEZ 1:8 20s 100 ASA
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9.11.2003 02:08 MEZ 1:8 10s 100 ASA
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9.11.2003 02:31 MEZ 1:8 10s 100 ASA
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9.11.2003 02:35 MEZ 1:8 8s 100 ASA
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9.11.2003 03:05 MEZ 1:8 1/2s 100 ASA
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9.11.2003 03:30 MEZ 1:8 1/15s 100 ASA
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9.11.2003 04:00 MEZ 1:8 1/125s 100 ASA
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Für mich besonders eindrucksvoll war die Veränderung der
umgebenden Landschaft während der Finsternis. Die
helle Beleuchtung mit gut erkennbaren Bäumen und Felsen
auch in großer Entfernung wich im Laufe der partiellen
Phase einer dunklen und sternklaren Nacht mit einer schönen,
sich zwischen Nordwest- und Südosthorizont spannenden
Milchstraße. Nur der total verfinsterte, orangerote Mond im
Südwesten erinnerte daran, dass der Vollmond am Himmel stand.
Der Südrand des Mondes blieb auch während der Totalität
hell und begann schon bald wieder im direkten Sonnenlicht zu
leuchten. Nach dem Austritt aus dem Kernschatten erhellte sich die
Umgebung allmählich wieder, Tiere wurden aktiv und die
Milchstraße verblasste allmählich (Bilder seltlich, zum
Vergrößern anklicken). Diese Veränderung
der landschaftlichen Stimmung war für mich der schönste
Aspekt dieser beeindruckenden totalen Mondfinsternis bei optimalen
Wetterbedingungen.
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