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Dunkelnebel am Winterhimmel


Einleitung

Dunkelnebel sind galaktische Nebel, die nicht selbst leuchten oder das Licht von Sternen reflektieren, sondern sich als dunkle Regionen vor dem helleren Sternenhintergrund zu erkennen geben. Nur die dichtesten Dunkelwolken, die vor hellen Milchstraßenregionen liegen, sind als Feldstecherobjekte populär, wie z.B. die dreiteilige Dunkelhöhle im Sternbild Adler oder die Dunkelwolken in den hellen Milchstraßenregionen der Sternbilder Skorpion und Schütze. Viele weitere Dunkelnebel liegen vor weniger hellem Sternhintergrund oder sind teilweise transparent. Diese Gebilde sind wegen ihres geringen Kontrasts meist nur fotografisch und nur an streulichtfreiem Himmel zu beobachten. Aus diesem Grund gehören die meisten Dunkelnebel zu den wenig bekannten und selten beobachteten Deep Sky-Objekten. Um ihre Erforschung hat sich E. E. Barnard zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders verdient gemacht. Er widmete seine astronomische Arbeit der Fotografie des Sternhimmels, insbesondere von Regionen der Milchstraße, mit geringer Brennweite und großer Bilddiagonale. Er entdeckte dadurch zahlreiche Dunkelnebel, katalogisierte sie und erforschte ihre Natur. Sein Katalog der Dunkelnebel verzeichnet mehr als 300 Einträge, von populären Nebeln wie dem Pferdekopfnebel B33 bis hin zu sehr kleinen und kontrastschwachen Objekten.

Barnard Dark Objects am Winterhimmel

Diese Zusammenstellung von Himmelsaufnahmen hat das Anliegen, die 66 Objekte des Barnard-Katalogs am Winterhimmel fotografisch mit heutigen Mitteln zu dokumentieren. Die Aufnahmen entstanden mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (Nikon D50) und einem Teleobjektiv (ED-Nikkor 2,8/180 bei f/4) mit je 8 min. Belichtungszeit. Die Beobachtungsbedingungen am Standort in den Tiroler Alpen waren gut (Zodiakallicht bis weit in die Nacht hinein deutlich erkennbar), aber nicht außergewöhnlich. Je 2-3 Aufnahmen derselben Region wurden zur Reduktion des Bildrauschens überlagert. Damit die Dunkelnebel auf den üblichen Computermonitoren erkennbar sind, wurde der Kontrast stark angehoben. Die damit verbundene Verstärkung von Bildfehlern wie Unregelmäßigkeiten und Rauschen im Hintergrund oder chromatische Abberation der Optik ist unvermeidbar. In den nächsten Jahren ist eine Ergänzung dieser Zusammenstellung nicht nur durch die Barnard-Dunkelnebel am Sommerhimmel, sondern auch durch hochqualitative Fotos ausgewählter, besonders interessanter Dunkelnebel geplant.

Ich hoffe, dass diese Zusammenstellung nicht nur die Frage beantwortet, wie die einzelnen Barnard-Objekte und ihre Umgebung am Winterhimmel aussehen, sondern auch anderen Sternfreunden Anregung für eigene Beobachtungen sein können. Besondere Beachtung verdient dabei die Kontrolle der Position der Barnard-Objekte in Sternkarten, Tabellen und astronomischer Software, die teils systematisch fehlerhaft sind. Für diese Zusammenstellung wurden die Positionen des Original-Katalogs von E. E. Barnard auf das Äquinoktium J2000.0 umgerechnet und die korrekte Zuordnung auf den Himmelsaufnahmen manuell überprüft. Mit Ausnahme von B15-B17, die vermutlich einen einzigen, zusammenhängenden Dunkelnebel beschreiben, konnten alle Barnard-Dunkelnebel am Winterhimmel auf den Aufnahmen aufgefunden und eindeutig zugeordnet werden. Die Beschriftung der Objekte in den Aufnahmen wurde in der Regel über dem Objekt, bei sehr großen Nebeln auch darin angebracht. Auf die Beschriftung von Dunkelnebeln aus dem LDN-Katalog (Lynd's Dark Nebulae) wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet, mit einer Ausnahme im Feld W12. Die Objekte des LDN-Katalogs sind u.a. in der Software GUIDE 8.0 verfügbar.

Übersichtsseiten:

Weiterführende Internetseiten: